Ein Schauspiel von August Strindberg

Mit Henrik Ibsen und August Strindberg stehen die wohl bekanntesten Theaterautoren aus dem skandinavischen Sprachraum auf dem Spielplan der LehnschulzenHofbühne. In der Erkundung der menschlichen Seelenlandschaften sind beide Meister. Auch 100 Jahre nach seinem Tod, hat Strindberg nichts an Aktualität verloren und übt auch heute noch auf Grund seiner genauen Figurenzeichung eine große Faszination aus.
»Fräulein Julie« ist eines der bekanntesten Stücke von Strindberg. Es spielt in der Küche eines großen Gutshofes während der Mittsommernacht. Die adlige Tochter des Hauses verbringt die Nacht mit ihrem Kammerdiener Jean. Das Stück erzählt von Ängsten, Erwartungen und Hoffnungen auf Liebe – und den Grenzen durch Standesunterschiede.
Die Frage ist, ob die Grenzen nicht auch in den Köpfen der Figuren sind? Was sind Grenzen und was sind enttäuschte Erwartungen und Wunschprojektionen – Traumvorstellungen die der Betrachtung bei Tageslicht nicht Stand halten. Der Lehnschulzenhof erscheint uns als ein besonders geeigneter Ort, dieses Stück aufzuführen – schließlich gab es auch in Viesen und auf dem Lehnschulzenhof bis vor nicht allzu langer Zeit ähnliche gesellschaftliche Gräben.
Der schwedische Schauspieler Andree Solvik hat schon die Rolle des Jean gespielt – die Rolle eines sehr gebildeten Außenseiters von gesellschaftlich geringem Stand. Er wird nun bei »Fräulein Julie« das erste Mal Regie führen.