Ein Schauspiel nach Anton P. Tschechow

Das Stück
Der Kirschgarten von Anton Tschechow spielt auf einem Landgut im alten Russland. Die Gutsbesitzerfamilie ist verarmt, der Hof steht zum Verkauf. Entweder die Familie beugt sich den Vorschlägen des wirtschaftlich cleveren Lopachims oder das Gut, auf dem die Familie lebt, ist verloren. Das Stück zeigt wie unterschiedlich verschiedene Menschen mit Veränderungen in ihren Lebensbedingungen umgehen und hinterfragt Begrifflichkeiten wie Heimat, Verwurzelung, aber auch Wandel und Veränderung.
Fanny Staffa hat mit ihren drei Schauspielern eine Fassung speziell für Viesen erarbeitet und verführt den Zuschauer spielerisch und musikalisch, den unterschiedlichen Ansichten der Charaktere zu folgen …

Das Stück behandelt die offensichtliche Unvereinbarkeit der Kräfte der alten und der neuen Zeit in einer Zeit des Umbruches im alten Russland. Auch in einem brandenburgischen Dorf wie Viesen und auf dem Lehnschulzenhof mit seiner wechselvollen Geschichte im Besonderen traf und trifft immer wieder Tradition auf Moderne. Fragen nach Identität, Verwurzelung, Heimat, Provinzialität, Wandel, Bleiben oder Weggehen sind hier ähnlich aktuell wie in Tschechows Stück von 1903.
Mit einer Besetzung von nur drei Schauspielern wird die Geschichte des Kirschgartens erzählt. Cornelia Heyse als Ranjewskaja führt durch die Handlung, ihr gegenüber Jannek Petri als Lopachim. Fabian Oehl spielt in wechselnden Rollen und repräsentiert damit die verschiedenen von Tschechow im Stück angelegten Positionen zwischen Tradition und Moderne. Tiefe Tragik trifft auf absurde Komik.
Durch ein bewusst reduziertes Bühnenbild kommt der architektonischen Struktur des Lehnschulzenhofes als Spielelement eine entscheidende Bedeutung zu. Aufwendige historische Kostüme bekommen in diesem Rahmen eine überraschende Natürlichkeit.