DREI SCHWESTERN
Bild Schwestern

Schauspiel frei nach Anton Tschechow
(Eigenproduktion 2017)


Nach dem Tod des Vaters bleiben die drei Schwestern Olga, Mascha und Irina in der Provinz zurück, in die sie niemals wollten und aus der sie sich ständig weg sehnen. Einst wegen der militärischen Karriere des Vaters hergezogen, verlieren ihre Argumente zu bleiben an Tragfähigkeit. Der richtige Moment, um nach Moskau zurückzukehren, scheint endlich gekommen. Doch die drei Schwestern bleiben untätig. Sie reden weiter über Hoffnungen und Wünsche, über die Sehnsucht nach einem besseren Leben, sie debattieren über Arbeit, aber unternehmen nichts. Tragisch ist hier nicht irgendein Ereignis, sondern die Handlungs- unfähigkeit der Schwestern, das ungelebte Leben. Das zunehmend leere Gerede ist in seiner Menschlichkeit zugleich absurd und komisch, es breitet sich versöhnlich über dem Abgrund der Tragik aus. »Die Zeit kommt, da drängt sich auf uns alle eine Gewitterwand zu, es braut sich ein gesunder, starker Sturm zusammen, der auf uns zu kommt, der schon nah ist und von unserer Gesellschaft wegbläst alle Faulheit, Gleichgültigkeit, alle träge Langeweile.«